Das Trainig für 2017

 im Golfpark Löwenhof - Ockstadt

wurde am 26. Oktober 2017

beendet
 

                             Der Trainer für die Inklusionsgruppe ist

                                               Robert Schmalfuß

 

     

„Unterrichtsfach Golf“  der Hans-Thoma-Schule

 

Von April bis Oktober 2017 stand mittwochs für die körperbehinderten Schülerinnen und Schüler der Klasse B1a der Hans-Thoma-Schule ein ganz besonderes „Unterrichtsfach“ auf dem Stundenplan: Sport. Nun ist das Fach nichts Ungewöhnliches, außergewöhnlich ist jedoch die Sportart, die unterrichtet wurde, nämlich Golf. Bereits zum 3. Mal konnte eine Schülergruppe der Hans-Thoma-Schule auf Initiative von Klaus Mehler und Norbert Fleischmann an dem Projekt „Mit Handicap zum Schwung“ teilnehmen, welches vom Golfclub Oberursel und im Rahmen des Projekts „Abschlag Schule“ vom deutschen Golfverband finanziert wird. Jeden Mittwoch fuhr die Klasse mit ihren Lehrkräften zum Golfpark Löwenhof in Friedberg-Ockstadt und wurde vom Pro Robert Schmalfuß trainiert.

 

Das wöchentliche Training war für die Schülerinnen und Schülern der Höhepunkt jeder Woche, welchem sie stets entgegenfieberten. Trainiert wurde bei (fast) jedem Wetter. Ob bei einstelligen oder hohen zweistelligen Temperaturen, ob die Sonne schien oder ob es regnete, es wurde jede Woche intensiv trainiert. Nur einmal musste das Training aufgrund schwerer Gewitter ausfallen, was alle bedauerten, aber: Sicherheit geht vor.

 

Robert Schmalfuß gestaltete das Training sehr abwechslungsreich und fand für jede Schülerin und jeden Schüler einen individuellen Weg, mit dem Golfschläger zurechtzukommen und erfolgreich den Ball einzulochen. Neben dem Golftraining standen Aufwärmübungen und mentale Übungen auf dem Programm, die allen viel Spaß machten und mit Begeisterung durchgeführt wurden. Erlebnisreich waren die Fahrten mit dem Golfcart, die das anstrengende Training auflockerten. Mit großem Einfühlungsvermögen gelang es Robert Schmalfuß, alle Schülerinnen und Schüler für den Golfsport zu faszinieren und auch Schülerinnen und Schülern mit schweren Körperbehinderungen einen Zugang zum Golfspiel zu ermöglichen. Unabhängig davon, ob aus dem Rollstuhl heraus gespielt wurde oder beispielsweise Beeinträchtigungen bei der motorischen Koordination oder Kraftdosierung bestanden, nach 20 Trainingseinheiten waren alle Schülerinnen und Schüler in der Lage, eine Kurzbahn mit wenigen Schlägen erfolgreich zu spielen.

 

Das Golftraining wirkte sich auch außerhalb des Golfplatzes in vielfältiger Weise sehr positiv auf die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler aus. Neben dem Golfspiel wurden beispielsweise die Koordination, Motorik, Wahrnehmung, Ausdauer und Konzentration vielfältig geschult und das Selbstwertgefühl gestärkt, so dass die Schülerinnen und Schüler auch im Alltag und Unterricht davon profitieren konnten.

 

Nach dem Sommer- und Herbsttraining waren sich alle Schülerinnen und Schüler einig: Golf ist ein toller und attraktiver Sport, der Spaß macht, Erfolgserlebnisse bringt, den auch Menschen mit Handicap ausüben können, bei dem man viel frische Luft einatmet, der aber auch anstrengend ist und einfacher aussieht, als er ist. Golf kann jeder in Ruhe und in seinem eigenen Tempo spielen und kommt daher Menschen mit körperlichen Behinderungen sehr entgegen. Einige Schülerinnen und Schüler haben mit dem Golfsport eine Sportart gefunden, die sie weiter ausüben möchten – wenn vielleicht auch nicht sofort, dann zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Die Hans-Thoma-Schule hofft, dass noch viele Schülerinnen und Schüler an dem Projekt „Mit Handicap zum Schwung“ teilnehmen und davon profitieren können und bedankt sich ganz herzlich beim Golfclub Oberursel sowie Klaus Mehler und Norbert Fleischmann für die Unterstützung und Ermöglichung dieses Projekts.

 

Text von Hans-Thoma-Schule

Frau Ingrid Kötter    

 

Golftagebuch Inrid Kötter 

(Hans-Thoma-Schule) 26.04.2017

     

Persönliche Eindrücke meiner ersten Golfstunde

 

 

Vor einer Stunde kam ich von meiner ersten Golfstunde nach Hause. Die Erinnerungen sind noch wach und sehr präsent. Mir tun noch die Handgelenke weh, aber ich bin glücklich, dass es besser klappte als erwartet.

 

Kurz vor Beginn dachte ich noch, ich blamiere mich bis auf die Knochen. Ich, Mitte Vierzig, noch nie einen Golfschläger in der Hand gehabt – das kann doch nicht gutgehen. Aber: Es ging! Wir waren eine kleine Gruppe von insgesamt fünf „Frischlingen“, die sich auf dem Golfplatz in Ockstadt ausprobierten. Unter der fachkundigen Leitung von Robert Schmalfuß, dem dortigen Golftrainer, ging alles viel leichter als gedacht. Mit viele Ruhe, Engagement und Geschick ging er auf jeden Einzelnen von uns ein und erklärte die unterschiedlichen Schlagarten und -techniken, die wir alle nacheinander ausprobierten. Mit von der Partie war der Ehrenpräsident des Oberurseler Golfclubs, Klaus Mehler, dem man seine große Liebe zu dem Sport sofort anmerkte. „Golf ist nicht mehr nur für die oberen Zehntausend, sondern etabliert sich langsam zu einem Breitensport“, so seine Beobachtungen. Er selbst spielt seit 25 Jahren Golf – und das mit gutem Erfolg!

Mit viel pädagogischem Geschick schafften es die beiden, ihre Begeisterung von diesem Sport auch auf uns zu übertragen. Und wie freuten wir uns, als der erste Ball tatsächlich im Loch versenkt wurde. Uns hat es an diesem Vormittag in gewisser Weise gepackt, ich verstehe jetzt die vielen Golfspieler, die Natur mit Sport kombinieren und den Platz als großen Park erleben.

 

Was Klaus Mehler vor allem ausmacht, ist sein unermüdliches Engagement, auch Jugend an den Start zu bringen. Und die sozialen Projekte, die er unterstützt und fördert. Schüler mit Handicaps sind ebenso willkommen wie hochbegabte Sportler. Ein Sport für Jedermann? Ich würde sagen ja. Und ich werde gern wiederkommen, das habe ich mir fest vorgenommen. 

 

 

Heike Wehner

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